wurde im Jahre 1128 im kleinen Ort Arnstein nahe Würzburg geboren. Ich entstamme dem Geschlecht derer von Hutten und bin die dritte Tochter meiner Eltern. Da mein Vater sehr bedacht auf den Fortbestand des Familiengeschlechtes war, grämte es ihn sehr dass ihm bis diesem Zeitpunkt noch kein Erbe geboren war. Dies sollte auch noch bis einige Jahre nach meiner Geburt so bleiben, denn erst im Jahre des Herrn 1136 wurde meinen Eltern ein männlicher Erbe geboren und so der Fortbestand unserer Familie gesichert. 

 

Meine Schwestern und ich erhielten eine Standesgemäße Ausbildung, für die unsere Amme Brunhild zuständig war, die sich bereits in frühen Kindheitstagen zu einer guten Freundin entwickelte. Sie unterwies uns in der Kunst des Spinnens, Stickens, im Singen und auch in allen Dingen die man als Dame eines Haushaltes brauchte. Doch leider verfügte Brunhild nicht über übermäßig gute Kenntnisse in der Kunst der Mathematik wie auch des Schreibens und Lesens. So kam es, dass meine beiden Schwestern, mit denen ich mich nie sonderlich gut verstanden habe, wie auch ich in verschiedene Klosterschulen der Umgebung gesandt wurden. Im Alter von sieben Jahren wurde ins Kloster Bronnbach, in der Grafschaft Wertheim, gebracht wo ich von nun an eine fundierte Unterweisung in Mathematik sowie dem Lesen und Schreiben erhielt. 

Mit fünfzehn Jahren kehrte ich auf das elterliche Gut Arnstein zurück. Ich hatte in den vergangenen acht Jahren alles nötige gelernt um einen Haushalt gut und sauber zu führen und hoffte nun darauf, dass meine Eltern in der langen Zeit einen jungen, gütigen, liebevollen und ehrbaren Mann für mich gefunden hatten. Doch ich wurde bitterlich enttäuscht. Jeder heiratswillige Mann, den mir meine Eltern vor die Nase setzten, war weder gütig noch ehrbar und erst recht nicht jung oder gar liebevoll. Das hatte zur Folge, dass ich sie einen wie den anderen vom Hof jagte. Dies verärgerte meine Eltern natürlich und sie prophezeiten mir einen Tod als alte unverheiratete Jungfer.

Aber es sollte ganz anders kommen. Denn im Jahre 1153 lernte ich auf der Drei-Königs-Feier in Arnstein einen, zugegeben nicht mehr ganz jungen, Ritter kennen der sich mir als Ritter Otto Alexander von Halsheim vorstellte. Er war bereits 27 Jahre alt, doch da auch ich schon das Alter von 25 erreicht hatte und er mir sehr gut gefiel wies ich seine Werbung nicht zurück. Wie ich es in all den Höfischen Romanen und Ritterepen gelesen hatte, freite er um mich und hielt schließlich bei meinem Vater um meine Hand an. Vater war überglücklich, denn der Herr von Halsheim war ein durchaus wohlhabender Mann. Er hatte den Weinbau auf seinem Lehen Halsheim zu neuer Blüte verholfen und war so zu einigem Reichtum gekommen.

Nachdem ein Jahr vergangen war, traten wir vor den Traualtar und begingen diesen Freudentag mit einem großen Fest. Alle umliegenden Adelshäuser waren zu den Feierlichkeiten nach Halsheim geladen und alle geladenen Gäste erschienen und brachten reichlich Gefolge mit, so dass es ein rauschendes Fest wurde.

 

Einige Wochen später war mein Ehemann zur Jagd geritten und als er zurückkehrte war er in Begleitung einiger Reisender die er wohl in unseren Wäldern getroffen hatte. Sie erzählten uns, dass sie sich gemeinsam auf dem Weg nach Würzburg befanden, da dort in einigen Tagen unser aller Herr und Kaiser, Friedrich I. von Hohenstaufen Hochzeit halten würde. Tatsächlich erschien am folgenden Tag ein berittener Bote in Halsheim, der meinen Gemahl die Einladung zur kaiserlichen Hochzeit überbrachte. Da wir den vorigen Abend sehr vergnügt mit der Reisegruppe als unsere Gäste verbracht hatten, beschloss Otto Alexander die Reisenden, die von einem Iren namens O`Flaíthbertaígh  angeführt wurden, als sein Gefolge mit nach Würzburg zu nehmen und dort ein gemeinsames Lager aufzuschlagen.

 

Der Plan wurde in die Tat umgesetzt. Die Feierlichkeiten zur kaiserlichen Eheschließung waren von enormen Ausmaßen. Einen Abend verbrachten alle Gäste von Adel aus der Festung des Burggrafen zu Würzburg, Berthold von Henneberg. Durch einige wirre Ereignisse stellte sich heraus dass die Gattin des Grafen in Wirklichkeit die lange vermisste Schwester des Iren O`Flaíthbertaígh war. Gemeinsam mit Ihrer schottischen Gefährtin schloss sie sich der Gruppe Reisender an und auch Otto Alexander befand dass es eine gute Idee war diese einige Zeit auf ihrer Abenteuerfahrt zu begleiten. So kam es, dass ich seitdem gemeinsam mit meinem Mann und der Reisegruppe um O`Flaíthbertaígh durch unsere schönen Lande ziehe und so manches Abenteuer erlebe.